Donnerstag, 30. Oktober 2008

Alles hat einmal ein Ende.......

Die letzten Tage in Akropong waren noch mit vielen Hausbesuchen bei unseren Patenkindern, letzte Besprechungen und mit dem Evaluieren des nun bereits 10jährigen Schulpatenschaftsprojektes ausgefüllt. Lore hat noch mit Kindern der Presby Primary School ein Malworkshop veranstaltet, wo diese ihre Lebenswelt darstellen sollten. Es dauerte eine Weile, bis die Kinder mit den ihnen unbekannten Malutensilien vertraut waren, waren aber mit Begeisterung dabei.
Wir haben auch Besprechungen mit dem Ghana Education Service geführt, die - vergleichbar mit unserem Bezirksschulrat - in Zukunft mehr in unser Projekt eingebunden werden sollen. Auch die Verteilung der Schulmittel wird von diesem Service zentral übernommen.
Weitere Detailabsprachen wird dann Lore tätigen, die zu unser aller Freude noch bis Mitte Dezember in Akropong bleiben und den Prozess begleiten wird.

LIEBE LORE,
EIN HERZLICHES MEDASE AN DICH UND NOCH VIELE INTERESSANTE ERLEBNISSE IN DIESEM SCHÖNEN LAND!

Unsere Arbeit für Help4Ghana geht weiter

2008-10-18 Samstag
Ich sitze um halb sieben in der Früh in Gladys Hof, vor mir rechts Papayabäume, Bananenstauden und Orangenbäume, worauf die Sonne scheint und viele Vögel ein Morgenkonzert veranstalten. Hinter mir aus dem Haus Kirchenmusik, vom Ort Discomusik, dazwischen kräht der Hahn, Salomey, das Hausmädchen beseitigt die Gehspuren im roten Schotter wie jeden Tag. Soeben kommt eine junge Frau mit einem großen Tablett am Kopf und abgepackte Tomaten, um diese zu verkaufen. Ich plane den Tag, damit ich alles noch vor meiner Abreise unterbringen kann.
Wir fahren nach Aburi, in das Holzschnitzerdorf, um alle bestellten Sachen abzuholen und nun endgültig über die Preise zu verhandeln. Durch die Währungsreform – minus 4 Stellen (1 GC war vorher 10000 c) ist alle viel teurer geworden. 20 000 cedis werden nicht zu 2 GC, sondern gleich 4 – 5 GC. Wir kaufen Masken, Akwabaa – Figuren in allen Größen und endlich einmal die Unity – Tischbeine, die aus einem Stück Holz geschnitzt sind. Man kann eine Glasplatte oder ein Tablett darauf legen und die es mit 3, 5 und 6 Köpfen gibt. Nach Stunden sind wir fertig und verstauen alles in ein Taxi, das uns wieder nach 20 Minuten nach Akropong bringt. Heute ist ein Feiertag vor allem für die Jugend. Das ganze Dorf ist eine einzige Discohölle, überall riesige Lautsprecher. Die Straße wird abgesperrt und wir müssen einen Umweg machen, um zu unserem Haus zu kommen. Monika, eine Österreicherin, die in Kumasi ein Spital aufgebaut hat, ist auf dem Weg zu uns und wird zwei Tage bleiben. Auch sie bleibt im Stau stecken und kämpft sich dann mutig durch die Menge. Wir beschließen den Abend mit einem langen Tratsch draußen in der nun kühlen Luft von Akropong.

Durbar - der Höhepunkt des Odwira - Festes

2008-10-17 Freitag
Es wurde uns 10 h als Zeitpunkt genannt, an den wir im Palace erscheinen sollten. Nun, nach 10 Jahren Ghana weiß ich, dass man 2 Stunden dazugeben muss, aber so ganz traue ich der Sache nicht und wir entscheiden uns, um 11 h zu erscheinen. Ich improvisiere ein wenig mit meinem Outfit, gehe auf die Suche nach meinem Schirm, der die letzten 10 Jahre gut überstanden hat und heuere einen Schirmträger an, der mich die ganze Zeit begleiten wird, damit ich den traditionellen Anforderungen entspreche: ein Ohene oder eine Ohemmea muss bei offiziellen Anlässe sozusagen zwischen Himmel und Erde gehen – mit einem Schirm und großen Sandalen, damit die Füße nicht den Boden berühren. Schön langsam füllt sich der Krontipalace, es wird getrommelt, ich bekomme einen Kopfschmuck verpasst, damit mir die Haare nicht ins Gesicht hängen, alles ist noch ziemlich gemächlich. Dann plötzlich kommt Bewegung in die Gruppe, Krontihene und Tufuhene besteigen ihre Palanquins, jenes kanuähnliches Tragegestell, das von 6 Trägern getragen wird. Wir Ohemmeas formieren uns nach Rang: es geht um den Zeitpunkt der Installation. Dann gehen wir als vorletzte Gruppe, dahinter kommen nur mehr die Ohenes des Omanhene, des Herrschers des gesamten traditionellen Staates Akwapim im Osten von Ghana. Es wird getrommelt, eine Blasmusikband spielt Dixies, die Leute stehen an der Hauptstraße und rufen uns zu – immer wieder „Nana Odoso“ (das bin ich) – Africhiapa“ (Glückwunsch zum neuen Jahr). Lore geht neben mir und wir wiegen uns im Takt, was nur annähernd eine Ähnlichkeit zu den Ausdruckstänzen hat, die hier von den Ohenes und Ohemmeas getanzt werden. Aber als „Obroni“ – Weiße verzeiht man uns hoffentlich. Das geht so an die zwei Stunden dahin, dann platzieren wir uns in unserem vorgesehen Abschnitt am „Ahemfi“, dem großen Platz vor dem Omanhenepalace. Es sind sehr viele Leute da, TV Kameras und viele Ehrengäste aus der Politik. Dieser Höhepunkt des „Odwira“ Festes wird auch als Wahlveranstaltung benützt. Im Dezember wird wieder ein neuer Staatspräsident gewählt.

Das Odwira - Fest

Jedes Jahr gibt es Anfang Oktober das Odwira - Fest bei den Akwapim, das viele wichtige Aspekte abdeckt: das traditionelle Neujahr und der Beginn der Yamsernte wird gefeiert, den Ahnen wird gedacht, neue Ohenes (Regionalkönige) und Ohemmeas (Königinnen) werden installiert und als Höhepunkt wird in einem Umzug die Position der Ohenes präsentiert. Bedeutende Ohenes werden in einem Palanquin (Tragegestell) von mehreren Leuten getragen. Andere gehen unter einem Schirm (Abgrenzung nach oben), bekleidet mit einem Kente oder sonstigem festlichen Gewand mit den vorgeschriebenen großen Sandalen (Abgrenzung nach unten) einher.
2008-10-16 Donnerstag
Heute wird eine neue Ohemmea beim Tufuhene installiert. Wir fahren daher in dessen Palace, wo wir wieder die üblichen zwei Stunden warten, bis die Festgemeinde eintrifft. Die neue Tufuhemmea wird dreimal auf den Schoß des Tufuhene gesetzt, damit wird sie offiziell in ihr Amt aufgenommen. Dann fahren wir in den Krontipalace, wo sie dem regierenden Krontihene Treue schwören muss. Es ist genauso wie bei mir vor 10 Jahren. Dann gibt es noch eine Erfrischung und wir verabschieden uns. Wir gehen „heim“ zur Gladys, die uns schon wieder köstlich bekocht hat. Dann rasch wieder hinunter in das Dorf, wo das „Feeding the Ancestors“, das Essenbringen zu den Ahnen im Mausoleum, stattfindet. Jede Familie wählt ein Mädchen, manchmal auch einen jungen Mann, auf dessen Kopf eine Schüssel mit Essen getragen wird. Viele sind mit weißer Kreide bemalt und tragen weiße Kleidung. Besonders am Rückweg fallen viele in Trance, der „Geist“ hat Besitz von ihnen genommen. Vor einem Chiefspalace bleiben viele stehen, weil es da unsichtbare, mystische Strömungen gibt. Es wird dann Schnaps verschüttet, damit die Geister besänftigt sind. Um 20 h wird der Strom abgedreht, weil in der Nacht die Ohenes mit ihren „schwarzen Stühlen“, dem Symbol der Macht, zu dem kleinen Bach gleich neben uns gehen, um diesen „zu waschen“ – ein Ritual, das den Geist des Stuhls stärkt für das kommende Jahr. Das darf niemand sehen, daher herrscht auch ein Ausgangsverbot. Wir gehen um 20 h schlafen und sind um 4 h bereits wieder putzmunter, um den Tag zu beginnen.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Doppelstress und Doppelfreude

Am Vormittag sind wir in die Presby Schule gegangen, um alle Kinder zu ueberpruefen. Da wurde uns auch ein Kind vorgestellt, deren Mutter nicht die erforderlichen Hefte kaufen konnte. Wir haben die Mutter in die Schule gebeten und da stellte sich heraus, dass sie 6 Kinder mit einem alten Mann hat und ihr Geld fuer die Kinder als Wassertraegerin verdient. Sie muss Wasser mit Kuebeln vom nahen Bach holen und den Leuten bringen. Es war so ruehrend, dass sowohl die Mutter, wie die Schuldirektorin und ich zu Traenen geruehrt waren. Das sind so die Momente, wo ich immer wieder spuere, wie wichtig das ist, was wir tun.

Gestern hatten wir auch ein sehr erfolgreiches Help4Ghana-Meeting mit den Headmasters und den Vertrauenslehrern, sozusagen *Teachers in Charge* fuer Help4Ghana. Es war uns wichtig, das vergangene Jahr zu evaluiren und sie aufzufordern, sich ueber Verbesserungen Gedanken zu machen. Und wirklich - schon bald haben sich einige Veraenderungen ergeben, die nun ein weiteres Meeting am kommenden Montag mit den PTA (Parents/Teacher/Association), dem Elternverein notwendig machen. Wir haben dafuer die Methodist Chapel bekommen, weil es viele Leute sind. Ich hoffe, dass meine Bitte fuer puenktliches Erscheinen - nicht Ghana-Time - Gehoer gefunden hat, denn sonst gibt es ueblicherweise eine Bandbreite von einer Stunde. Am spaeten Nachmittag sind wir dann zum Omanhene Palace gegangen, um das *Heimbringen des Odwira* zu erleben.

Montag, 13. Oktober 2008

Informeller Besuch beim Osahene Offei Kwasi Agyeman IV

20081012

Heute haben wir erstmals die Gelegenheit, den Ohene meines Königshofes informell zu besuchen. Wir können mit ihm die anstehenden Probleme ansprechen und vereinbaren eine Besprechung mit maßgeblichen Leuten sowie mit unserem Stellvertreter Tufuhene am kommenden Samstag. Der Zeitplan ist wegen des kommenden Odwira – Festes diese Woche sehr eng, aber wir sind gewohnt, sehr konzentriert und effektiv zu arbeiten. Wenn wir durch Akropong gehen, begrüßen uns überall die Menschen und sehr viele wünschen uns schon jetzt „Africhiapa“, den Glückwunsch zum „Neuen Jahr“, das traditionell mit dem Odwira – Fest beginnt. Wir fühlen uns sehr gut aufgehoben. Lore, die das erste Mal in Ghana ist und die Arbeit nach meiner Abreise für weitere 2 Monate weiterführt, ist schon sehr bekannt und wird sehr herzlich aufgenommen. Gladys, bei der wir beide ein eigenes Zimmer gemietet haben, bekocht uns mit den köstlichen ghanaischen Gerichten. Sonntags gibt es oft „Fufu“, das Leibgericht der Ghanaer, das aus Kochbananen, Kassava oder Yam besteht und solange in einem großen Mörser mit einem großem Fufustössel (Baumstamm) vermischt wird, bis ein glänzender „Knödel“ entsteht. Dazu gibt es dann Light Soup, die mit Fleisch, Fisch oder/mit Gemüse und vielen scharfen Gewürzen gemacht wird. Am Abend sitzen wir mit Gladys im Hof zusammen und sie erzählt uns von wahren, mystischen Dingen, die sie selbst erlebt hat.

Bei den Holzschnitzern in Aburi

2008-10-10

Wir nehmen ein Taxi und fahren um 10 GC in das Schnitzerdorf in Aburi. Die Arbeiten sind sehr schön und jedes Jahr gibt es etwas Neues. Wir gehen von Schnitzer zu Schnitzer, suchen schon Masken, Figuren und das Oware – Spiel aus, die wir dann nächste Woche kaufen werden.

Letzte Einkäufe im Art Center in Accra

2008-10-11

Heute Samstag haben wir kurz umdisponiert und fahren mit unserem Stamm-Taxifahrer nach Accra, um Geld umzuwechseln und die restlichen Einkäufe zu machen. Im Art Center kaufen wir noch einige Kleider, da wir sehen, dass es manchmal günstiger ist Kleider fertig zu kaufen, als sie schneidern zu lassen. Man kann hier nicht nach Schnitten nähen und bekommt folglich nur die Einheitsgrößen.

Wir kaufen auch 3 Stück Batakari, das sind die traditionellen Hemden aus grob gewebten, meistens gestreiften Stoffen, die vor allem im Norden getragen werden und sehr bequem sind. Dann bringen wir alles zu unserer Freundin Lore, die schon ein großes Lager von unseren eingekauften Schätzen hat.

Die Heimfahrt gestaltet sich wieder sehr langwierig, weil es zwar innerhalb Accras nun sehr gute Strassen mit großen Kreisverkehrsregelungen gibt, aber das Nadelöhr Medina, ein Vorort von Accra Richtung Norden ist noch nicht entschärft. Dafür sieht man die vielen Händler, die nun schon eine Petroleumlampe angezündet haben. Es ist viel Leben noch auf den Straßen und vor allem Autos, die jede Lücke ausnützen, um ein paar Meter weiter zu kommen.

Das Perlenparadies in Koforidua

2008-10-09

Jeden Donnerstag findet ein großer Perlenmarkt mit Händlern und Produzenten aus der Umgebung statt. Diese werden noch immer in einem sehr aufwändigen Verfahren händisch produziert, indem man Glas zu Pulver zermahlt und dann in Tonbehältern mit Mulden einfüllt und im Ofen brennt. Danach werden sie poliert und manchmal weiterverarbeitet. Immer wieder gibt es neue Kreationen und wir kaufen sehr viel für unsere Kreativgruppen ein. Gerade schwarz-weiße und rote Perlen sind heuer stark vertreten. Die Haussahändler holen auch sehr schöne Ketten aus Nigeria, Mali, Niger und wir freuen uns schon auf die Gesichter zu Hause.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

In Akropong

2008-10-05
Unser netter Taxifahrer Samuel bringt uns nach Akropong, unserem eigentlichen Tätigungsfeld, wo wir unsere Projekte haben. Voll bepackt ziehen wir wieder bei Gladys, der guten Seele seit einem Jahrzehnt, ein und beziehen zwei Zimmer. Es ist ein „family house“ mitten in Akropong, sodass wir viele Schulen auch selbst zu Fuß erreichen. Wir planen noch den nächsten Tag und gehen dann um 9 h schlafen. Es war den ganzen Tag sehr warm, sodass wir auch körperlich etwas erschöpft sind.

2008-10-06
Wir schlafen bis 6 h und dann werden alle munter. Es ist sehr nebelig und kühl und wir ziehen uns einen leichten Pullover an. Wir trinken unseren „Early Morning Tea“, plaudern und dann essen wir zum Frühstück unsere mitgebrachten Früchte: Pineapple, Bananen und Papayas. Dann machen wir uns fertig, um die ersten Schulen zu besuchen. Wir können uns Zeit lassen, denn da Lore ohnehin 2 ½ Monate da bleibt, motivieren wir die Headmasters, sich über eventuelle Verbesserungen Gedanken zu machen. Sie sind sehr kooperativ und wir vereinbaren ein Meeting für die nächste Woche. Je nach Größe der Schulen nehmen wir neue Kinder aus den ersten Klassen Primary School in unser Programm auf. Je Schule ist ein Lehrer/in bestimmt, der die Interviews mit den Eltern führt und den Lebenslauf ausfüllt. Daraufhin kommen wir wiederum, um die Fotos zu machen und die Kinder kennen zu lernen.

Plötzlich b ein beginnt ein heftiger Tropenregen mit Blitz und Donner, und es ist sehr schwierig in unser Quartier zu kommen. Wir schaffen es dank eines netten Busfahrers bis knapp vor unser nächstes Beisel, wo wir diese Sintflut abwarten wollen. Ein Guinness Bierchen verkürzt uns die Wartezeit, bis wir endlich „nach Hause“ kommen können, wo Gladys schon mit einem leckeren „Red-Red“ auf uns wartet.

2008-10-07
Wir besuchen die nächsten 7 Schulen und haben sehr konstruktive Gespräche. Wir marschieren dabei weite Strecken durch den Busch und steinige Wege hinunter. Wir haben soviel Arbeit, dass wir gar nicht in das Internet kommen. Zwischendurch genehmigen wir uns ein Coke und werden langsam hungrig und müde. Wir erleben alle Headteachers sehr motiviert und alle kommen zu unserem Meeting nächste Woche. „Zuhause“ bei Gladys werden wir schon zu einem köstlichen „Jollof – Reis“ mit Hendlstücken eingeladen. Lore schreibt noch bis um 9 h das Gedächtnisprotokoll von jeder Schule.

2008-10-08
Heute machen wir die letzten der 17 Schulen, geben unsere Mappen mit den kopierten Lebensläufen ab und ersuchen die Headmasters, die Listen auf Anwesenheit der Kinder zu kontrollieren. In der Computerklasse der „Okuapeman JSS“ wurde während der Ferienzeit eingebrochen und fast alle Computer gestohlen. Wir werden zu einem Meeting mit allen Zuständigen und mit der Polizei eingeladen. Es treiben sich immer wieder Gangs herum, die in verschiedenen Örtlichkeiten technisches Gerät stehlen. Nun, so ist es nun einmal, dafür sind in den anderen Computerklassen erstaunlicherweise die Computer fast alle funktionierend und es findet ein regulärer Unterricht statt.

Uns geht es sehr gut und wir melden uns wieder mit einem neuen Bericht, sobald wir die Möglichkeit haben, ins Internet zu kommen.

Ghana hat uns wieder

2008-10-03
Wir sind mit dem Taxi nach Ankunft in Accra um 10.30 zu meiner Freundin Lore’s Haus gefahren und wurden herzlich willkommen geheißen. Nach einem opulenten Frühstück am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg, um sofort unseren „Help4Ghana“ – Pflichten nachzukommen. Zuerst erledigen wir Schriftliches in unserer Hausbank, dann gehen wir ins „Art Center“, einem Platz, wo es viele Händler aus dem ganzen Land mit den typischen Erzeugnissen gibt. Im „Akwaaba“ genehmigen wir uns den ersten „Jollof Reis“ mit einer Flasche „Star-Bier“ und schon bald kommt die Schneiderin, mit der wir besprechen, was sie für uns nähen soll. Für den Stoff gehen wir auf den Makola – Markt, wo wir sehr schöne Batikstoffe kaufen. Es ist alles sehr viel teurer geworden nach der Währungsumstellung. Was früher 10 000 cedis waren, sind heute 1 GC – Ghana-Cedi. Der Wert ist dem US Dollar gleichgestellt. Damit wurden die Preise für das Taxi verdoppelt, auch alle anderen Waren kosten ein Vielfaches. Es wird viel gebaut, ein neuer Präsidentenpalast ist gerade im Entstehen. Wir haben einen netten Taxifahrer zum Heimfahren erwischt, den wir nun immer anrufen werden.
Wir haben am nächsten Tag noch wunderschöne Stoffe, Hemden, fertige Kleider und auch Kleider zum Nachschneidern gekauft und bereiten uns auf Akropong vor.

Einstimmung für Afrika – Zwischenstopp in Kairo

2008-10-02
Gleich nach der Ankunft in unserem Hotel "Lotus" (1 DBL 20 $), das sehr günstig in der Hauptgeschäftsstraße Taalat Harb liegt, gehen wir Richtung Nil und über die Brücke zu einem Lokal, das in Terrassen am Ufer des Nils liegt. Dort genießen wir den Sonnenuntergang, der sich im Wasser spiegelt, Boote fahren vorbei und es ist ungewöhnlich ruhig, da das der letzte Tag des Ramadan ist und man dieses in der Familie feiert. Danach gehen wir in die Geschäftsstrasse zurück, die sich schnell mit vielen Menschen füllt. Viele chromblitzende Schuhgeschäfte, Kleider und in einem davon kaufen wir sehr hübsche, bestickte Galabeyas. An diesem Abend feiert man bis um 4 h in der Früh, da das Eid el Fitr – Fest, das Ende des Ramadans. Kaum wird es etwas ruhiger auf der Straße, fängt der Muezzin mit seinem Morgengebet an. Nach dem Frühstück nehmen wir ein Taxi nach Giza. Es gibt nun einen Eingang, das Ticket kostet LE 50 (ca. 6 €), dann geht man durch den Taltempel, dann den Prozessionsweg entlang und kann den Sphinx von allen Seiten gut sehen, dahinter die Chephren Pyramide. Danach einen Rundgang zu der Cheops Pyramide. Es gibt keine Händler, die früher sehr lästig waren, nur Kutschen und Kamele transportieren Leute nach Wunsch und Geldbeutel. Es ist wunderschönes Wetter und wir genießen noch einen Kaffee unter einem schattigen Zelt mit Blick auf die ganze Szenerie.

Wir nehmen ein Taxi zum Khan el Khalili, dem alten Markt bei der Al Azar Moschee. Die Fahrt weckt viele Erinnerungen, denn ich war ja schon viele Male in Cairo zuvor. Dort schlendern wir etwas herum, essen gleich bei der "Freitagsmoschee" Koshari, ein Misch – Masch aus Nudeln, Reis, Kichererbsen, Linsen, Bohnen und Tomatensauce und Kebab und Kofta. Dann schlendern wir auch in den Einheimischenmarkt, wo allerdings die Geschäfte und Stände wegen des Festes geschlossen sind.

Den dritten Tag verbringen wir mit einer Fahrt auf dem Nil mit der öffentlichen Fähre und dann bei einem Besuch im bekannten „Felfella“, einem typischen ägyptischen Lokal, wo man köstlich essen kann. Die erste Flasche des einheimischen Biers „Stella“ ist mit Genuss getrunken und zufrieden fahren wir zum Flughafen, wo wir ohne Probleme für Accra einchecken.