Donnerstag, 30. Oktober 2008

Das Odwira - Fest

Jedes Jahr gibt es Anfang Oktober das Odwira - Fest bei den Akwapim, das viele wichtige Aspekte abdeckt: das traditionelle Neujahr und der Beginn der Yamsernte wird gefeiert, den Ahnen wird gedacht, neue Ohenes (Regionalkönige) und Ohemmeas (Königinnen) werden installiert und als Höhepunkt wird in einem Umzug die Position der Ohenes präsentiert. Bedeutende Ohenes werden in einem Palanquin (Tragegestell) von mehreren Leuten getragen. Andere gehen unter einem Schirm (Abgrenzung nach oben), bekleidet mit einem Kente oder sonstigem festlichen Gewand mit den vorgeschriebenen großen Sandalen (Abgrenzung nach unten) einher.
2008-10-16 Donnerstag
Heute wird eine neue Ohemmea beim Tufuhene installiert. Wir fahren daher in dessen Palace, wo wir wieder die üblichen zwei Stunden warten, bis die Festgemeinde eintrifft. Die neue Tufuhemmea wird dreimal auf den Schoß des Tufuhene gesetzt, damit wird sie offiziell in ihr Amt aufgenommen. Dann fahren wir in den Krontipalace, wo sie dem regierenden Krontihene Treue schwören muss. Es ist genauso wie bei mir vor 10 Jahren. Dann gibt es noch eine Erfrischung und wir verabschieden uns. Wir gehen „heim“ zur Gladys, die uns schon wieder köstlich bekocht hat. Dann rasch wieder hinunter in das Dorf, wo das „Feeding the Ancestors“, das Essenbringen zu den Ahnen im Mausoleum, stattfindet. Jede Familie wählt ein Mädchen, manchmal auch einen jungen Mann, auf dessen Kopf eine Schüssel mit Essen getragen wird. Viele sind mit weißer Kreide bemalt und tragen weiße Kleidung. Besonders am Rückweg fallen viele in Trance, der „Geist“ hat Besitz von ihnen genommen. Vor einem Chiefspalace bleiben viele stehen, weil es da unsichtbare, mystische Strömungen gibt. Es wird dann Schnaps verschüttet, damit die Geister besänftigt sind. Um 20 h wird der Strom abgedreht, weil in der Nacht die Ohenes mit ihren „schwarzen Stühlen“, dem Symbol der Macht, zu dem kleinen Bach gleich neben uns gehen, um diesen „zu waschen“ – ein Ritual, das den Geist des Stuhls stärkt für das kommende Jahr. Das darf niemand sehen, daher herrscht auch ein Ausgangsverbot. Wir gehen um 20 h schlafen und sind um 4 h bereits wieder putzmunter, um den Tag zu beginnen.

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